Am Demokratietag der Schule fuhren die Klassen 10 a und 10 b nach Mainz zum Mainzer Landtag.
Die Hin- und Rückfahrt dauerte jeweils 2 Stunden mit dem Bus.
Am Eingang des Landtages wurden alle Besucher begrüßt, jedoch mussten wir durch Sicherheitsmaßnahmen durchgehen, bevor wir uns im Gebäude bewegen durften.
Anschließend betraten wir den Saal, in dem die Abgeordneten aller Parteien aus Rheinland-Pfalz normalerweise regelmäßig sitzen. Wir setzten uns auf die Sitze, auf denen Karten in 3 unterschiedlichen Farben lagen. Die Farben standen für eine von 3 verschiedenen Fraktionen, in die wir auf diese Weise eingeteilt wurden. Diese Fraktionen sollten über ein Gesetz diskutieren und dieses schließlich verabschieden.
Das Thema war: „Begleitendes Fahren mit PKW-Führerschein ab 16 Jahren?“
Jede Fraktion hatte eine vorgeschriebene Einstellung zu diesem Thema und bekam Akten, um Argumente für die eigene Meinung zu sammeln. Nun folgen 2 Berichte von 2 verschiedenen Fraktionen, wie auch Positionen des Landtages. Also kein Wunder, wenn der Verlauf sich wiederholt.
Bericht von Fraktion Blau
Ich war in der Fraktion Blau, die für die Verabschiedung des Gesetzes war.
Mit den uns vorgelegten Akten wurde die Gruppe in einen Raum gesetzt, in dem wir zuerst zwei Rollen verteilen mussten: der Vorsitzende der Fraktion und ein Schriftsteller, für den Landtags-Präsidenten im Zeitraum der Debatte. Da ich Interesse an dem Job des Schriftstellers hatte, bat ich mich zur Wahl an und gewann, da ich mich auch als einzige anbot, die Rolle zu übernehmen.
Schließlich setzten wir uns mit unserer Befürwortung des Gesetzes auseinander und durchsuchten unsere Akten, die für uns mit guten Argumenten und Beispielen gefüllt waren.
Eigentlich war es nicht meine Pflicht, jedoch setzte ich mich auch kurz mit dem Thema auseinander, bis ich zurück zum Saal musste, um meine Rolle erklärt zu bekommen.
Als Schriftsteller musste ich neutral sein und durfte nicht an der Debatte zwischen den Fraktionen teilnehmen. Jedoch musste ich aufpassen, dass die Schüler nicht die Regeln brachen und nicht zu oft drangenommen wurden, weshalb man den Landtagspräsidenten hilft, da er entscheidet, wer im Moment der Debatte reden darf. Eigentlich sollte man auch auf die Dauer achten, wie lang jeder Beteiligte reden durfte, jedoch überschritten sie die Sprechzeit nicht. Die Aufgaben hörten sich nicht schwierig an, aber sie waren herausfordernd. Dazu durfte ich neben dem Präsidenten, außerhalb der Plätze der Abgeordneten sitzen.
Am Anfang der Debatte, sollte ich noch auf meinem Platz unterhalb der Fraktion sitzen, bis ich mit einer anderen Schriftstellerin der Contra-Fraktion aufgerufen wurde. Ab dann mussten wir aufschreiben, wer alles gesprochen hat, wer aufzeigte und wir mussten beobachten, wer sich von den Fraktionen zuerst meldete. Dies alles kostete viel Konzentration, weshalb man kaum auf den Inhalt und Verlauf der Debatte achten konnte. Dadurch verflog die Zeit auch sehr schnell.
Letztendlich hatten beide Schriftsteller nach der Debatte ein Applaus bekommen und gingen zurück zu ihren Plätzen. Ab dann wurden nur noch Kompromisse geschlossen und wir begaben uns zum Bus und fuhren zurück.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Rolle Spaß gemacht hat, aber es war auch schwierig, unter Zeitdruck Notizen zu schreiben und gleichzeitig die Leute zu beobachten. Dazu musste man fair bleiben und andere Leute zum Reden auffordern, während andere einen verzweifelt oder verwirrt anschauten, da sie nicht wussten, an welche Regeln ich mich halten musste.
Bericht vom Fraktion Orange
Ich war in der Fraktion Orange, die gegen die Durchbringung des Gesetzes war.
Unsere Gruppe ist im Landtagssaal sitzen geblieben, um sich für die bevorstehende Debatte vorzubereiten. Dort haben wir dann eine/n Vorsitzende/n und ein eine/n Schriftsteller/in gewählt. Der Vorsitzender sollte unsere Partei vertreten und koordinieren. Er erteilte uns, den Abgeordneten, den Auftrag, nach Argumenten gegen einen PKW-Führerschein ab 16 Jahren zu suchen.
Zu den Abgeordneten habe auch ich gezählt. Unser Auftrag war es, die Informationen die wir davor gesammelt hatten, in der Debatte als Diskussionsmittel zu benutzen, die Aussagen unserer Gegner zu entkräften und sie damit vom Gegenteil zu überzeugen.
Am Anfang der Debatte war alles noch sehr ruhig. Nachdem aber unsere Betreuer, die uns einführen sollten, gesagt hatten, dass man dazwischen rufen könne, brach das Chaos aus. Und alle haben irgendwas dazwischengeredet. Die ganze Debatte war ein hin und her. Nach eineinhalb Stunden haben wir (Partei Orange) es nicht geschafft die anderen zu überzeugen, das Gesetz nicht einzuführen. Ungefähr 2/3 haben gegen uns gestimmt. Wir haben verloren.
Ich fand, dass der Tag sehr viel Spaß machte und für sehr witzige Momente gesorgt hat. Außerdem erhielten wir einen guten Einblick in den Alltag von Abgeordneten.
Große Empfehlung!!!
(von Jan Szymanski und Helena Backes, Klasse 10b)